Aktuelles

Fragen zum Naturpark Fünfseenland - der Verein Naturparkinitiative antwortet.

Kommunalwahlen 2014


Die Naturparkinitiaive hat alle Bewerber um das Amt des Landrats in den Kreisen Starnberg und Fürstenfeldbruck mit dem nachfolgenden Schreiben zu ihrer Haltung zum Projekt Naturpark Fünfseenland befragt:

Sehr geehrte(r) Herr /Frau xxxxx,

die Naturparkinitiative Fünfseenland e.V. (www.naturparkinitiative.de) wirbt seit Jahren für die Gründung eines Naturparks, der den Landkreis Starnberg und Teile der angrenzenden Landkreise Fürstenfeldbruck, Landsberg und Weilheim umfassen sollte. Aus Anlass der bevorstehenden Kommunalwahlen bitten wir alle Bewerber um das Amt des Landrats in den betreffenden Landkreisen um Stellungnahme zu den nachfolgenden Aussagen. Bitte richten Sie Ihre Antwort, die wir auf der Webseite des Vereins veröffentlichen werden, an dessen E-Mail-Adresse skistler@gmx.de.

Für Ihre Mitwirkung dankt im Voraus
für den Vorstand
Siegfried Kistler, Schriftführer

Wir brauchen den Naturpark Fünfseenland!
Im Zusammenhang mit der Neufassung des Landesentwicklungsplans LEP wehrten sich  Kommunalpolitiker aller Parteien energisch gegen die Absicht, große Teile des Fünfseenlands dem städtischen Verdichtungsraum zuzuschlagen. Das Fünfseenland als wichtigstes Naherholungsgebiet im Ballungsgebiet München muss seinen ländlichen Charakter bewahren. Ein Naturpark ist ein wirkungsvolles Instrument der Regionalplanung, mit dem sich die Entwicklung des ländlichen Raums gemäß den Interessen seiner Bewohner steuern lässt. Gleichzeitig bietet er Möglichkeiten, die einzigartige Naturlandschaft mit ihrem Reichtum an Arten und Biotopen zu pflegen und die reiche kulturelle Tradition für einen nachhaltigen Tourismus besser zu erschließen.

Ein Naturpark schadet niemand und nützt allen, wie die jüngste erfolgreiche Gründung des Naturparks Ammertal beweist. Für das Fünfseenland hat die Obere Naturschutzbehörde der Regierung von Oberbayern die Einrichtung eines Naturparks nachdrücklich empfohlen. Das Fünfseenland erfüllt alle gesetzlichen Voraussetzungen; eine Ausweitung bestehender Schutzgebiete ist nicht notwendig. Damit der Naturpark Fünfseenland vorankommt, ist die Gründung eines Trägervereins anzustreben, in dem sich Kreise, Gemeinden, Tourismus sowie Land- und Forstwirtschaft mit Mitspracherecht zusammenschließen sollten. Die Erstellung eines
Pflege- und Entwicklungsplans kann auf Grund bereits erarbeiteter Konzepte erfolgen.

Die bis heute (10.03.2014) eingegangenen Antworten lesen Sie hier!


Jahres-Mitgliederversammlung des Vereins Naturparkinitiative 2012


Auf der Tagesordnung der Jahresversammlung des Vereins „Initiative für einen Naturpark im Fünfseenland e.V.”  am Freitag, den 9.11.2012  um 20.00 Uhr im Gasthof "Post" in Weßling standen u.a. die turnusmäßige Neuwahl des Vorstands sowie der Vortrag:
"Herausforderung Windenergie - Planung, Akzeptanz, Gerechtigkeit, Chancen"
 
von Frau Evelyn Villing, anschließend Diskussion. Frau Villing gehört dem Verein Energiewende Ldkr. Starnberg e.V. und dem Kreistag Starnberg an.

Zum Thema ihres Vortrags "Herausforderung Windenergie" schrieb Frau Villing:
 
„Die Sicherstellung einer zuverlässigen, wirtschaftlichen und zugleich umweltschonenden Energieversorgung ist eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Derzeit basiert die Energieversorgung noch überwiegend auf fossilen Energieträgern. Der Hauptanteil unserer Energieproduktion ist abhängig von Energieimporten. Etwa 80 Prozent aller Treibhausgasemissionen in Deutschland entstehen energiebedingt. Die Notwendigkeit einer Energiewende ist daher größtenteils unstrittig. Sie bedeutet eine zunehmende Dezentralisierung der Energieerzeugung und konfrontiert uns daher unmittelbarer als bisher mit unserem Lebensstil. Sie bringt einschneidende Veränderungen mit sich, bietet aber zugleich die einmalige Chance, der Welt ein Beispiel zu geben, wie Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit in einer führenden Industrienation vereinbart werden können. Die Energiewende ist für uns Alle eine große Herausforderung, denn sie ist eine ethische und kulturelle Grundsatzentscheidung."

Die Vorstandswahlen bestätigten die bisherigen Inhaber in ihren Ämtern:
  • 1. Vorsitzende:
    • Konstanze Rebay von Ehrenwiesen, Weßling
  • 3. Vorsitzender:
    • Dr. Oswald Gasser, Seefeld
  • Kassenwart:
    • Judith Schrötter, Weßling
  • Schriftführer:
    • Siegfried Kistler, Weßling
  • Beisitzer:  
    • Walter Follner, Weßling
    • Roswitha Schwimmer, Weßling
Erfreulicherweise konnte der seit dem Tod von Dr. Wolfgang Rapp verwaiste Posten des 2.Vorsitzenden mit einer engagierten Unterstützerin des Naturpark-Projekts besetzt werden:

  • 2. Vorsitzende:
    • Xenia Riedl, Seefeld

Buch - Neuerscheinung:


"Fünfseenland aus der Luft"
heißt der im Verlag Bayerland erschienene handliche Band, der in faszinierenden Bildern aus der Vogelperspektive und mit kurzen Texten zu Geschichte und Landeskunde das Fünfseenland porträtiert. Der Autor Dr. Franz X. Bogner ist Professor für Biologiedidaktik an der Universität Bayreuth. In einem eigenen Kapitel "Natur- und Umweltschutz" setzt er sich nachdrücklich für die Erhaltung der Kulturlandschaft im Fünfseenland ein und befürwortet energisch die Einrichtung eines Naturparks, zumal  alle Voraussetzungen dafür bereits gegeben seien. Ein Buch, dem wir weite Verbreitung und viele Leser wünschen!

Bogner, F.X.: Fünfseenland aus der Luft; Verlag Bayerland Dachau 2011; EUR 19,90.

Naturpark-Initiative auf dem Eichenallee-Fest der Gemeinde Seefeld


Die Gemeinde Seefeld im Landkreis Starnberg feierte am 15. Mai 2011 den 240. "Geburtstag" der denkmalgeschützten Eichenallee zwischen dem Schloss Seefeld und Gut Delling. Die Eichenallee wurde 1770 vom damaligen Grafen  Anton Clemens zu Toerring-Seefeld angelegt und ist heute ein einzigartiges Natur- und Kulturdenkmal. Mit ihren 765 mächtigen Bäumen gilt sie als die älteste und längste Eicnenallee Deutschlands.
Für das Fest wurde die Staatsstraße zwischen Weßling und Seefeld für den Autoverkehr gesperrt. Zahlreiche Attraktionen erwarteten die Besucher. Die Naturparkinitiative e.V. war mit einem Stand vertreten  und hielt Schriften und Infomaterial bereit. Für Kinder gab es ein Quiz , bei dem kleine Preise zu gewinnen waren. Trotz des  durchwachsenen  Wetters  besuchten zahlreiche Interessenten den Stand, mit denen in langen Gesprächen Möglichkeiten und Ziele eines Naturparks erörtert wurden. Der "weiße Fleck auf der Landkarte" - Oberbayern hat als einziger Bezirk immer noch keinen einzigen Naturpark - erregte immer wieder Verwunderung und Kopfschütteln. Die Naturparkinitiative konnte mehrere neue Mitglieder gewinnen.

Fotos vom Eichenalleefest: hier klicken!


Mannschaftsspiel statt Solistenauftritte - Wir brauchen den Naturpark!


Seit der Plan eines Fünfseen-Naturparks von der Agenda  des Starnberger Kreistags verschwunden ist, haben Verwaltung und politische Gremien dem Fünfseenland eine Vielzahl  plakativer Wortschöpfungen und Logos zugeschrieben sowie öffentlichkeitswirksame Aktionen entfaltet, um  im Wettbewerb der Regionen eine bessere Position zu erlangen:

- „Erlebnisregion” (Tourismusverband Starnberg),
- „Genussregion” (CSU-Fraktion im Kreistag),
- „Klimaregion Fünfseenland” (Kreistag),
- „Vorzeigeregion”;

All diese Attribute wecken zwar blumige Vorstellungen, jedoch fehlt ihnen ein definierter Inhalt.
Anders das Prädikat „Naturpark”, das auf gesetzlicher Grundlage - ähnlich wie der Zusatz „Bad” zum Namen eines Kurorts - verliehen wird und  präzise eine Region beschreibt, in der der Lebensraum der Menschen unter  Berücksichtigung des Schutzes der Natur- und Kulturlandschaften in vorbildlicher Weise für Bewohner und Gäste gestaltet und entwickelt wird.

Der personelle Aufwand und die organisatorischen Anstrengungen sind beachtlich:

   -  Es gibt eine Regionalmanagerin;
   -  das Landratsamt hat letztes Jahr ein Fahrradwegekonzept vorgestellt, das schon seit 10 Jahren in Planung         war;
   - eine „Gesellschaft zur Förderung der Wirtschafts- und Beschäftigungsentwicklung” mit einem Mitarbeiter                 wurde gegründet,
   - der Tourismusverband hat einen Nordic-Walking-Park entworfen;
   - ein Landschaftspflegekonzept wurde von der Unteren Naturschutzbehörde entwickelt; für die Realisierung             wurde zunächst die Stelle eines  Mitarbeiters geschaffen;
   - als „Lockvogel für mehr Urlauber” (Zitat Merkur) hat der Tourismusverband dem Kreistag   ein                                     Kultur-Konzept    vorgeschlagen, das einen Kulturmanager vorsieht.

Alle diese Aktivitäten ließen sich mit beträchtlichem Synergie-Effekt und mit Einsparungen an Kosten und Personal zusammenfassen. Das zeigt das Beispiel des Naturparks Augsburg-Westliche Wälder, eines der über 100 Naturparke in Deutschland. Hier koordinieren ein hauptamtlicher Geschäftsführer und eine Teilzeitkraft die gesamte Naturparkverwaltung. Der Naturpark Augsburg- Westliche Wälder ist keine zusätzliche „Behörde”; Er bündelt die Arbeit für Tourismus, Landschaftspflege, Umweltbildung, Land– und Forstwirtschaft, und noch vieles mehr und kümmert sich um  die Öffentlichkeitsarbeit. Hauptnutznießer sind die Bewohner und die Erholungssuchenden aus dem Ballungsraum Augsburg

Für die in Frage kommenden Gebiete der Landkreise um die fünf Seen hieße das:
Statt vieler Worte und kostspieliger Einzelaktionen sollte endlich ein großer Schritt gemacht werden: Gemeinsam die Gründung eines Naturparkes in der Region der fünf Seen zu beschließen. Aus den oben genannten Einzelplänen und Konzepten könnte sich schon der vorgeschriebene Pflege-  u. Entwicklungsplan ergeben, der die Grundlage für der Gründung des Trägervereins eine jeden Naturparks ist. Die übrigen gesetzlichen Vorgaben für einen Naturpark sind längst erfüllt; es muss kein einziger Hektar Fläche zusätzlich unter Natur- oder Landschaftsschutz gestellt werden.
Mit anderen Worten:
Mannschaftsspiel statt Solistengerangel- ein konsequenter Schritt statt vieler Einzelaktionen!
Kreistage, -verwaltungen und die Gemeinden müssten nur noch ein wenig Mut und politische Entschlußkraft aufbringen – Bewohner, Gäste und unsere Umwelt würden es ihnen danken.

Die Naturparkinitiative trauert um Dr. Wolfgang Rapp.


Mit tiefer Bestürzung haben Vorstand und Mitglieder der Naturparkinitiative die Nachricht aufgenommen, daß ihr 2. Vorsitzender,  Dr. Wolfgang Rapp ,  am 24. September 2010 vollkommen unerwartet verstorben ist..
 Dr. Wolfgang Rapp hat sich um den Naturschutz außerordentlich verdient gemacht.  Im besonderen war er von Anfang ein engagierter und tatkräftiger Vorkämpfer für das Projekt Naturpark Fünfseenland , der auch Konflikten nicht aus dem Weg ging.  Sein Tod reißt eine Lücke, die sich nur schwer wird schließen lassen.
Unsere Anteilnahme  gilt seiner Familie.



Naturparkinitiative besucht Naturpark Augsburg - Westliche Wälder


Auf Einladung des Geschäftsführers, Herrn Platteder, besuchte die Vorstandschaft der Naturparkinitiative  Fünfseenland e.V. am 19.7.2010 die Geschäftsstelle des Naurparks Augsburg - Westliche Wälder zu einem Gedankenaustausch.
Das Naturparkhaus liegt  in Oberschönenfeld/Gemeinde Gessertshausen südlich von Augsburg,  Oberschönenfeld ist eine der ältesten Zisterzienserinnen-Abteien Deutschlands. Der weitläufige  Gebäudekomplex enthält neben einer wunderbaren barocken Wallfahrtskirche Klosterbäckerei und -Gasthof, eine Kunstgalerie, das Schwäbische Volkskundemuseum  und die Naturparkverwaltung mit einem ansprechend gestalteten Naturparkmuseum.
Herr  Platteder berichtete, daß es von der Gründung des Trägervereins 1974 vierzehn Jahre bis zur Anerkennung des Naturparks dauerte.  Anfangs widersetzten sich Wald- und Grundbsitzer wegen der erforderlichen Ausweisung von Landschaftsschutzgebieten (ein Hindernis, das im Fünfseenland wegfällt!). Heute seien ehemalige Gegner froh um den Naturpark, weil er Schutz vor Eingriffen und Ansprüchen der Gemeinden bietet.Der Naturpark sei keine zusätzliche "Behörde", sondern er bündelt die Tätigkeit der Tourismus- und Landschaftspflegeverbände mit erheblichem Synergieeffekt und kümmert sich um die Außenwirkung. Nutznießer sind hauptsächlich die Bürger  und Erholungssuchenden im Ballungsraum Augsburg, denen ein riesiges Netz vorbildlich markierter Wander- und Radwege zur Verfügung steht und das für einen Beitrag von nur EUR 0,26 pro  Jahr und Einwohner der Naturparkgemeinden!

Ausführliches Informationsmaterial über den Naturpark Augsburg Westliche Wälder bietet dessen Homepage
www. naturpark-augsburg.de


Kreisstadt Fürstenfeldbruck unterstützt Naturparkinitiative


Die Kreisstadt Fürstenfeldbruck  ist zum 1. Januar 2010 dem Verein Naturparkinitiative e.V. beigetreten und unterstützt damit  das Projekt "Naturpark Fünfseenland".


Wirtschaftsförderung und Naturparkinitiative im Gespräch


Um die Chancen der Verwirklichung eines künftigen Naturparks - Fünfseenland auszuloten, trafen sich im Landratsamt Starnberg der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Starnberg, Christoph Winkelkötter, und die neue Regionalmanagerin Verena Papke mit dem Vorstand des Initiativvereins „Naturpark Fünfseenland" zu einem Gedankenaustausch. Obwohl beide Seiten zunächst die unterschiedlichen Aufgabenstellungen darlegten, ergaben sich doch ähnliche Ziele: Beide Seiten verstehen sich als "Vernetzer",  die die unterschiedlichen Akteure in der Region zusammenbringen wollen. Die Wirtschaftsförderung sieht ihre hauptsächliche Aufgabe in der Bereitstellung der Strukturen für weitere Gewerbeansiedlungen im Landkreis, während die Freunde eines Naturparks die "weichen Standortfaktoren" im Blick haben, also die Attraktivität des landschaftlichen Umfeldes sichern und weiterentwickeln wollen. Die Wirtschaftsförderung wolle sich nicht in die Politik einmischen, so Winkelkötter, die der Einrichtung eines Naturparks zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch ablehnend gegenübersteht. Dies will die Naturparkinitiative in absehbarer Zeit ändern; sie wies deshalb auf mögliche gemeinsame Projekte hin, bei denen Wirtschaft und Umwelt profitieren können, wie Tourismus, Gastronomie und den landschaftsverträglichen Ausbau neuer Gewerbegebiete.

Jahres-Mitgliederversammlung des Vereins Naturparkinitiative



Am  27.07.09 fand im Weßlinger Pfarrstadel Weßling die Jahres-Mitgliederversammlung des Initiativvereins statt. Anwesend waren - neben einer beachtlichen Anzahl von Mitgliedern - auch der Schirmher des Vereins, Bürgermeister Muther, sowie Vertreter der Presse.

Im Mittelpunkt stand die Neuwahl  für die ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder.  
Gewählt wurden
                als 3. Vorstand Herbert Lecherbauer, Wörthsee,
                als  Kassenführerin  Judith Schrötter, Weßling (bisher Beisitzerin),
                als Schriftführer Siegfried Kistler, Weßling (bisher Kassenführer).

Außerdem stellte der Vorstand das neue Informations-Faltblatt vor, mit dem der  Verein für das Naturparkprojekt werben will. Es wird bei den Gemeinden ausgelegt und ist auch direkt beim Verein erhältlich.

In der Diskussion brachten die örtlichen Vertreter des Bauernverbandes erneut ihre vehemente Ablehnung des Naturparks zum Ausdruck, obwohl alle vorgetragenen Argumente gegen die Einrichtung des Naturparks längst von Fachleuten als unzutreffend zurückgewiesen worden sind.  Für den  geforderten Dialog mit der Landwirtschaft stellt diese Haltung ein schwer zu überwindendes Hindernis dar.

Die regionale Presse hat ausführlich über die Versammlung berichtet.


CSU-Fraktion im Kreistag Starnberg und 

Naturpark

Die  CSU-Fraktion des Starnberger Kreistags wird offenbar von der  Bauernverbands-Lobby beherrscht und  lehnt den Naturpark Fünfseenland ab,  will aber  "die besten Ideen retten"  und  hat zu diesem Zweck  die Tourismus-Marke "Genussregion Starnberg" erfunden (Meldung der Starnberger SZ vom 17.3.09).

Der Verein „Initiative zur Gründung eines Naturparkes Fünfseenland“  nimmt dazu wie folgt  Stellung:

Pressemitteilung 18.3.2009

Kein Geld für Genuss-Region
Naturpark-Verein warnt vor Begriffs-Vielfalt


„Wir freuen uns sehr, dass die CSU des Landkreises bemerkt, dass das Naturpark-Projekt gute Ideen birgt und sich für diese Ideen stark macht“, meint Konstanze von Rebay zum jüngsten Beschluss der CSU-Kreistagsfraktion. Doch warnt die Vorsitzende des Vereins „Initiative zur Gründung eines Naturparkes Fünfseenland“ zugleich davor, zur Rettung dieser guten Ideen eine eigene Tourismusmarke „Genussregion Starnberg“ zu gründen. Natürlich sei dieser wohlklingende Name der Öffentlichkeit erheblich leichter zu vermitteln als der abstrakte Begriff Naturpark. „Aber: Für Projekte von Naturparken stehen öffentliche Töpfe bereit, dagegen müssten Projekte einer ‚Genussregion Starnberg‘ wohl aus eigener Tasche bezahlt werden“, stellt die Vereinsvorsitzende klar.

Naturpark ist ein gesetzlich definierter Begriff, die herausragenden Kulturlandschaften verliehen werden kann. Für die Förderung von Naturparken sind eigens Haushaltsposten eingerichtet, etwa bei der EU, dem Bund und dem Freistaat Bayern. Ein Naturpark wird dennoch nicht von oben verordnet. Vielmehr eröffnet er die Möglichkeit, dass die regionalen Vertreter von Land- und Forstwirtschaft, Wirtschaft, Tourismus, Kultur und Naturschutz ihre teils unterschiedlichen Interessen in einem Pflege-und Entwicklungsplan zum Wohle der Region zukunftsweisend vereinbaren. „Erst ein Entwurf für einen solchen Plan gibt einem Naturpark ein Gesicht. Davor ist es nur ein leerer Begriff“, stellt die Vereinsvorsitzende klar. „Solange nur diese Hülle steht, kann jeder hineininterpretieren, was er will.“ Und solange der Naturpark die große Unbekannte ist, weckt die Idee viele Ängste. Erst der Pflege- und Entwicklungsplan klärt die Richtlinien für die Umsetzung der Naturpark-Idee vor Ort. In diesem Plan lassen sich alle „guten Ideen“ festschreiben.

Daher fordert der Verein „Initiative zur Gründung eines Naturparkes Fünfseenland“ die Kreistagsfraktionen auf, die professionelle Ausarbeitung eines Pflege- und Entwicklungsplanes unter Einbeziehung aller Interessengruppen zu beschließen.

Demeter Erzeugergemeinschaft und Naturpark


Auf Einladung des Geschäftsführers der Demeter Erzeugergemeinschaft, Herrn Mück,  stellte der Initiativverein
das Projekt Naturpark  beim Monatstreffen  am 11.3. 09   in Münsing-Degerndorf vor.  Die Darlegungen stießen auf wohlwollendes Interesse der  teilnehmenden Landwirte. In der Diskussion waren sich die Anwesenden einig, daß es aus Sicht der  Landwirtschaft kein Argument gibt, das gegen die Einrichtung des Naturparks sprechen würde.  Allerdings wurde die Befürchtung geäußert, daß  die gemeinsame Vermarktung konventionell erzeugter und nach  den  Regeln der ökologischen Landwirtschaft erzeugter Produkte unter  einem gemeinsamen Markenzeichen  "Naturpark Fünfseenland" die Unterschiede in Qualität und Erzeugungsbedingungen verwischen würde.

Naturpark im Kreistag Starnberg

Das Projekt Naturpark Fünfseenland stand erneut auf der Tagesordnung des Kreistags Starnberg für die öffentliche Sitzung am 15.12. 2006 im großen Sitzungssaal des Landratsamtes:

  • Beschluß des Kreistages vom 20. Oktober 2008 zum Thema Naturpark;
  • Nochmalige Erörterung durch einen Vertreter der Regierung von Oberbayern und des Bayerischen Bauernverbandes

Herr Broda von der Regierung von Oberbayern legte in seinem Vortrag unmißverständlich dar, daß alle Einwände gegen einen NP Fünfseenland, insbesondere die von der Landwirtschaft vorgebrachten,haltlos und unbegründet sind und daß die Landwirte am meisten von einem NP profitieren würden. Er bestätigte in vollem Umfang alle seit Anfang von der Naturpark-Initiative gemachten Aussagen. Die Argumente des wieder anwesenden Vertreters des Bauernverbands ("Schweinestall im Altmühltal") erwiesen sich in der Diskussion als gegenstandslos. Das alles wollten die CSU-Fraktion (löbliche Ausnahme: Roland v. Rebay) und speziell die Landwirte einfach nicht zur Kenntnis nehmen und blieben bei ihrer ablehnenden Haltung. Auf Antrag der Grünen wurde einem Vertreter der Naturparkinitiative (als Gegengewicht zum Bauernverband) Rederecht eingeräumt, der in der gebotenen Kürze versuchte, den Standpunkt der Naturparkinitiative darzulegen.

Der Kreistag Starnberg hatte sich bereits am 20.10.2008 mit dem Projekt "Naturpark Fünfseenland" befasst. Drei Referenten berichteten damals über ihre Erfahrungen mit Naturparken:

  • Herr Würflein, Geschaftsführer des Naturparks Altmühltal,
  • Herr Sperling, Vertreter der Naturschutzbehörde Passau, und
  • Herr Hofmann vom Bayerischen Bauernverband.

Der Verein Naturparkinitiative Fünfseenland richtete zu diesem Anlass ein Schreiben an die Kreistagsmitglieder und gab dazu die folgenden Pressemitteilungen heraus:

Brief an die Kreistagsmitglieder vor der Kreistagssitzung

16. Oktober 2008

Sehr geehrte Kreisräte,

wir danken Ihnen, dass Sie die Idee eines Naturparks auf Ihre Tagesordnung gehoben haben.

In den letzten Monaten kamen einige Angriffe gegen das Konzept eines Naturparkes in Umlauf, die auf Unkenntnissen oder Vorurteilen zu beruhen scheinen. Daher möchten wir Folgendes richtig stellen:

Vorwurf 1: Ein Naturpark brächte Einschränkungen, insbesondere für die Landnutzung etwa durch Land- oder Forstwirtschaft.

Richtig ist: Die Satzung, die ein Trägerverein eines Naturparks erlässt, ist eine Rechtsverordnung. Als solche kann sie niemals Vorgaben bestehender Gesetze einschränken. Eine Naturparkverordnung kann keine Vorschriften enthalten, die über die Einschränkungen durch Waldgesetz und Naturschutzgesetze hinausgehen. Sofern Verordnungen bereits bestehender Naturparke Verbote und Erlaubnisvorbehalte enthalten, beruhen diese stets auf Naturschutz- und Landschaftsschutzverordnungen, die bereits vor Gründung des Naturparks bestanden und von den Naturparkverordnungen übernommen wurden, sowie auf den Naturschutzgesetzen, die mit und ohne Naturpark ihre Gültigkeit behalten. Ein Naturpark hat grundsätzlich keine Befugnis, irgendwelche Verbote, Beschränkungen oder Auflagen zu erteilen - so steht es in den einschlägigen Gesetzen. Die fachgerechte Land- und Forstwirtschaft, Jagd und Fischerei sowie die Entwicklung der Gemeinden unterliegen in einem Naturpark keinerlei weiteren, zusätzlichen Beschränkungen. Eine entsprechende Auskunft  hat das Landratsamt Starnberg auf Anfrage aus der Bürgermeister-Dienstbesprechung am 24.10.2007 allen Gemeinden erteilt. Im gleichen Sinne äußerte sich übrigens auch der Oberbürgermeister der Naturparkgemeinde Horb im Schwarzwald, Herr Theurer, auf einer Informationsveranstaltung am 17.8.2008 in Seefeld.

Die Vision: Das Konzept eines Naturparkes ist exakt dazu da, Naturschutz und Nutzung in optimaler Weise zu vereinen. Heute verfolgen Land- und Waldwirtschaft, Tourismus, Kultur, Wirtschaft und Kommunen meist jeweils ihre eigenen Ziele. Das Besondere an einem Naturpark ist: Er eröffnet die Möglichkeit, unterschiedlichste Gruppen miteinander ins Gespräch zu bringen und gemeinsam ein übergemeindliches Konzept zu entwickeln, von dem dann alle Beteiligten auf die bestmögliche Weise von den natürlichen Gegebenheiten ihrer Region profitieren. Diesen Punkt, gemeinsam Ziele mit – nicht gegen – naturräumliche Verhältnisse zu verfolgen, berichten Vertreter andere Naturparke als besonders wohltuend und zukunftsweisend.


Vorwurf 2: Die Voraussetzungen für einen Naturpark im Fünfseenland seien nicht gegeben, weder von der naturräumlichen Gliederung noch von Größe und Besiedlung her.

Richtig ist: Erstens hebt der Landesentwicklungsplan die besondere Eignung des Fünfseenlandes für Erholung und Tourismus ausdrücklich hervor. Zweitens muss die Grenze eines Naturparkes nicht mit dem Fünfseenland identisch sein. Wertvolle angrenzende Naherholungsgebiete der Landkreise Fürstenfeldbruck, Weilheim-Schongau und Landsberg können einbezogen werden.
Mit einer Fläche von 488 km² ist allein der Landkreis Starnberg bereits rund zehnmal so groß wie der bestehende Naturpark Siebengebirge bei Bonn mit 48 km² Fläche. Der Landkreis Starnberg hat auch im Vergleich mit bestehende Naturparken keine ungewöhnlich hohe Besiedelungsdichte: Wenn ein Naturpark in einem Gebiet von der Besiedelungsdichte des hiesigen Landkreises (265 Einwohner/ km²) im Umland Münchens nicht möglich wäre, dann würde es zum Beispiel auch den Naturpark Rheinland vor den Toren von Bonn und Köln nicht geben. Zu dessen Trägern gehört u. a. der Rhein-Sieg-Kreis mit einer Bevölkerungsdichte von 519 Einwohnern/ km².

Die Vision: Da das Fünfseenland alle gesetzlichen Anforderungen an einen Naturpark erfüllt, sollten die ansässigen Gemeinden auch in den Genuss der Vorteile eines Naturparkes kommen. Das sind z.B. Fördermittel für übergemeindliche Projekte, die dem Fünfseenland heute noch verschlossen sind. Auch ideell bringen Naturparke die Region voran. Schließlich vereinbaren sie die Ansprüche von Mensch und Natur, Ökologie und Ökonomie in vorbildlicher Weise.

Vorwurf 3: Ein Pflege-und Entwicklungsplan, der im Rahmen eines Naturparks erstellt wird, drohe bestehende Rechte einzuschränken.

Richtig ist: Im Rahmen eines Naturparks wird ein Pflege- und Entwicklungsplan erstellt. Wie die Rechtsverordnung Naturpark selbst kann auch dieser Plan keine bestehenden Gesetze einschränken oder aushebeln. Es gibt zudem keine bundesweiten Vorgaben für diesen Plan. Ein solcher Plan wird von den Kommunen, Verbänden, Unternehmen, Einrichtungen, Organisationen usw. erarbeitet, die sich freiwillig zum Trägerverein eines Naturparkes zusammengeschlossen haben. Darum ist jeder der bereits existierenden rund 100 Naturparke, die insgesamt ein Viertel der Fläche Deutschlands umfassen, in seiner Art und Zielsetzung einmalig.

Die Vision: Auch ein Naturpark Fünfseenland wird ein auf seine Eigenart und die Bedürfnisse seiner Bewohner zugeschnittenes Konzept entwickeln. Ein gemeinsam erarbeiteter Pflege- und Entwicklungsplan eröffnet nachhaltig den Weg in die Zukunft.
Wir bitten den Kreisrat, die Einrichtung eines Naturparkes Fünfseenland zu unterstützen.

Mit freundlichen Grüßen

Konni v. Rebay
1. Vorsitzende „Initiative zur Gründung eines Naturparkes Fünfseenland“ e.V.

Pressemitteilung 14.10.2008

Initiative für einen Naturpark im Fünfseenland e.V.                    Weßling, 14.10.08
Konstanze Rebay v. Ehrenwiesen
Gartenstr. 22
82234 Weßling

Presseerklärung

„Was in hundert Naturparken in Deutschland tagtäglich läuft, kann nicht des Teufels Werk sein“
fasst die Vorsitzende des  Initiativvereins für einen Naturpark im Fünfseenland in einer kürzlich stattgefundenen Vorstandssitzung zusammen. Wir erwarten von einer bevorstehenden Diskussion im Starnberger Kreistag Objektivität, Fairness und Emotionsfreiheit. Die Widerstände der Landwirtschaft sind zwar verständlich, beruhen aber überwiegend auf  unklaren Begriffen und gezielten Diffamierungen. Wir stellen uns dem Dialog mit der Landwirtschaft, weil wir die Landwirte für einen Naturpark Fünfseenland brauchen und im Boot haben wollen. In einem künftigen Trägerverein haben Landwirte und ihre Organisationen einen festen Platz und können über Ziele und Ausgestaltungen mitreden. Insgesamt sehen wir in der Errichtung eines Naturparks Fünfseenland die Chance unser Lebensumfeld zu sichern und damit auch Landwirtschaft, Gewerbe und Kultur in eine Zukunft der Nachhaltigkeit zu führen. Wer Vergleiche mit bestehenden Naturparks anstellt wird auf eine Vielfalt von Regionalität und Individualität treffen, genauso stellen wir uns den künftigen Prozeß der Einrichtung eines Naturparks Fünfseenland vor, dort wird Platz sein für eine naturnahe Landwirtschaft genauso wie für Gewerbe und Wirtschaft, für sozialverträglichen Tourismus und Naturschutz.


Pressemitteilung 24.10.2008


Verein „Initiative zur Gründung eines Naturparkes Fünfseenland“

Presse-Mitteilung

24. Oktober 2007

Die Vorteile überwiegen
Verein weist auf Möglichkeiten durch Naturpark hin

„Dem Naturpark werden Nachteile vorgeworfen, bevor nur im Ansatz überlegt wird, welche Vorteile dieses Konzept eröffnet“, kritisiert Konstanze von Rebay, 1.Vorsitzende des Initiativ-Vereins für einen Naturpark Fünfseenland, die gegenwärtige Diskussion. Dabei ist das Kennzeichen eines Naturparks, das es keine gängelnden Auflagen gibt und sich jede Region ihr Konzept selbst erarbeitet. Der Naturpark bietet die einmalige Chance, die Zusammenarbeit zwischen Gemeinden, Verbänden und Bürgern in einer Region zu optimieren. „Die derzeitigen Vorwürfe entbehren daher jeder Grundlage“, ist die Vorsitzende überzeugt und führt dafür mehrere Beispiele an.

So befürchten z.B. Land-und Forstwirtschaft Einschränkungen ihrer Wirtschaftsweise durch den Naturpark. Dafür gibt es keine rechtliche Grundlage. Ein Naturpark wird als Rechtsverordnung erlassen, die als solche auf keinen Fall über Wald- oder Naturschutzgesetze hinausgehen kann. Die Rechtsverordnung wird aufgrund der Vorstellungen erlassen, die ein Trägerverein für einen Naturpark erarbeitet hat. Mitglied dieses Trägervereins sind üblicherweise Verbände der Land- und Forstwirtschaft. „Die Mitglieder müssen nichts in ihr Konzept reinschreiben, was sie später nicht haben wollen“, erklärt Konstanze von Rebay.

Von Seiten des Tourismusverbandes wurde eine Stärkung des Seminar-und Tagungstourismus durch einen Naturpark angedeutet. Auch hier stellt sich die Frage nach dem Warum? Auch Tourismusverbände gehören üblicherweise Trägervereinen von Naturparken an. Sie müssen durch ihr selbsterarbeitetes Konzept nichts fördern, was sie nicht für förderwürdig erachten. Allerdings überlegt der Tourismusverband Starnberg schon seit Jahren, wie der naturverträgliche Tourismus im Fünfseenland zu stärken sei. Dies könne er gut über einen Naturpark, der auch Umweltbildung und –erziehung fördern kann, leisten.

Auch im jahrelangen Ringen um ein einheitliches Radwegekonzept brächte ein Naturpark sicher weiter. Schließlich stärkt die Institution Naturpark die übergemeindliche Zusammenarbeit, was Bürgermeister bestehender Naturparke als wesentlichen Vorteil sehen.

„Bis jetzt dreht sich die Diskussion leider einseitig um Tourismus und Land-bzw. Forstwirtschaft“, meint die Vereinsvorsitzende, „Dabei ist es der große Vorteil von Naturparken, dass sie viele Ziele und Aufgaben unter einen Hut bringen.“ Dazu zählen unter anderem die Pflege kultureller Traditionen und regionaler Denkmäler, die Vermarktung regionaler Produkte sowie die Schonung der Ressourcen. „Unter dem Dach Naturpark können sogar anfangs teils gegensätzliche Interessen zum Wohle der gesamten Region ihren Ausgleich finden, da der Naturpark eine Plattform für Diskussionen schafft, die es sonst gar nicht gäbe“, unterstreicht Konstanze von Rebay. 


Kommentar

Kreistagssitzung mit Expertenanhörung

20.10.08

BM Sontheim fordert, vor Gründung eines Naturparks müßten erst „die wirklich wichtigen Fragen”  nach den Entwicklungszielen, dem Leitbild des Landkreises geklärt werden. Es kann nun nicht Aufgabe eines kleinen Häufleins ehrenamtlich tätiger Bürger (d.h. der Naturparkinitiative)sein, ein Leitbild für den Landkreis zu entwickeln. Das ist ureigenste Aufgabe des Kreistags, die er schon längst hätte in Angriff nehmen können und sollen.  Andererseits ist die Aufstellung eines Entwicklungs- und Pflegeplans sowieso der notwendige erste Schritt zur Gründung eines Naturparks - also los, lieber Kreistag, worauf wartet Ihr noch?

Naturpark und Tourismus: BM Sontheim ist die Aussage, ein NP würde den Tourismus fördern, „zu pauschal”. Den Seminar- u. Tagungstourismus bräuchte man nicht zu fördern. Umso besser!
Dann kann sich der NP auf andere, erfolgversprechende Formen des Tourismus konzentrieren! Von den Experten war zu hören, daß in bestehenden Naturparken der Fahrrad-Tourismus Geld abwirft (ein eigenes Radwegenetz vorausgesetzt, siehe unten) und daß der NP die Chance böte, vom auf die Seeufer konzentrierten Tourismus wegzukommen hin zu einem Tourismus in der Fläche.

Die CSU im Kreistag meint, ein NP zur Tourismusförderung sei überflüssig, weil man ja die Sisi und den Kini Ludwig II vermarkten könne. Es ist fraglich, ob sich mit Hinweis auf Sisi und den Kini auch nur ein einziger Gast bewegen ließe, ausgerechnet im Fünfseenland Urlaub zu machen. Nach Aussage der Experten ist das wichtigste Argument für die Wahl eines Ferienziels die schöne Landschaft. Damit kommt wieder der Naturpark ins Spiel, der als Gütesiegel dem Fünfseenland helfen würde, im Wettbewerb mit anderen Tourismusregionen zu bestehen.
Auch sonst ist die Kreis-CSU gegen den NP .Sie hätten sich kundig gemacht, sagt ihr Vorsitzender Schwab - man fragt sich, bei wem? „Die Risiken überwiegen”. Demnach hätten die vielen hundert Landkreise, die in einhundert deutschen Naturparks organisiert sind, alle einen schweren Fehler begangen. Auch BM Sontheim meint, „es spricht einiges dafür und einiges dagegen”. Welche Risiken, bitte schön, und was - konkret - spricht dagegen? In der Diskussion ist bisher kein einziges stichhaltiges Argument gegen einen NP aufgetaucht. Die Einwände der Landwirte sind von den Experten ausnahmslos widerlegt worden; die von ihnen angeführten Beispiele für angebliche Probleme der Landwirtschaft mit bestehen Naturparken beruhen auf Sachverhalten, die in einem NP Fünfseenland nicht zutreffen. Übrigens ist auch der NP Passau - Donautal keineswegs „gescheitert”, wie in der Presse verlautet, sondern aus mancherlei Gründen (Kommunalwahl u.a.) vertagt; der Beschluß, diesen Np zu gründen, besteht weiter und ist nicht aufgehoben worden.

Gegner des Naturparks  im Kreistag begründeten ihre Ablehnung mit dem Hinweis, Rad- und Wanderwege könne der Landkreis auch ohne NP bauen. Ja, wenn er es nur täte!!! Die selben Kreisräte kritisierten - wie die Starnberger SZ am heutigen 22.20.08 unter der Überschrift „Dauerbrenner Radwege” berichtet -  das „Gewurstel” um das Radwegekonzept, das seit fünf Jahren nicht in die Gänge kommen will; bis heute hat es noch nicht einmal zu einer einheitlichen Beschilderung der vorhandenen Wege gereicht. In einem anderen Bericht der gleichen Ausgabe („Mit der neuen Brücke ist Wegesanierung beendet”) heißt es, daß mehr als elf (!!) Jahre um die Sanierung der Wanderwege im Naherholungsgebiet Maisinger See gerungen worden sei, bis jetzt die letzte Brücke über einen Bach bebaut wurde. Noch langsamer und schwerfälliger kann die Bürokratie in einem Naturpark auch nicht funktionieren. 

Die Diskussion im Kreistag drehte sich einseitig um zwei Aspekte des Naturparks: Tourismus und Landwirtschaft. Es sollte nicht außer Acht bleiben, daß ein NP zahlreiche weitere Aufgaben und Ziele hat: Gewässerschutz, Vermarktung regionaler Produkte, Denkmalpflege, Pflege kultureller Traditionen, Resourcenschonung, Umweltbildung und -erziehung usw.usw. Nicht zuletzt sind Attraktivität der Landschaft und Lebensqualität im Fünfseenland „weiche” Standortfaktoren für Gewerbe und Arbeitgeber.


S. Kistler, Weßling
22.10.2008